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2. Sprachkonservatismus und Reformismus

2. Sprachkonservatismus und Reformismus

In der heutigen Zeit, wo ich dieses hier schreibe, scheint der Sprachkonservatismus in Deutschland die große öffentliche Bühne für sich gewonnen zu haben, doch wo man jetzt vermehrt auf deutsches Sprachspiel hoffen darf, da macht plötzlich gähnende Leere sich breit, und man hört immer nur dieselben medialen Forderungen der Presseorgane nach mehr Deutschkursen und Integrationskursen, gar so als ob niemand mehr der deutschen Sprachen mächtig sei, ausgenommen mal ein paar Dozenten mit anerkanntem DAF-Zertifikat. Dabei lautet die allgemeine Meinung eines Sprachkonservatismus doch, dass die gängigen Sprachen, wie etwa Deutsch, sehr schöne und erhaltenswerte Sprachen seien, welche vor schädlichen äußeren Einflüssen mehr oder weniger geschützt und bewahrt, quasi konserviert werden müssten, und sicherlich haben die Hüter, Beschützer und Wächter einer Sprache auch nicht ganz unrecht, wenn sie auf ein relativ solides altbewährtes Sprachregelwerk verweisen können, durch das Gedanken relativ korrekt und präzise ausgedrückt werden.

   Die wohl populärsten, weil auffälligsten Gegner solch eines Sprachkonservatismus, waren bisher wahrscheinlich Personen mit reformistischen und emanzipatorischen Positionen, die oftmals zurecht auf tatsächliche Probleme in den natürlich gewachsenen Sprachen verwiesen. Weil sie die linguistischen Problematiken wahrscheinlich jedoch kaum selbst verstanden hatten, auf die sie gestoßen waren, konnten ihre Lösungsversuche bisher auch nur halbherzig und unvollkommen bleiben.[1] Zudem wurde dagegen der Vorwurf laut, dass man anderen sprachlich nicht vorzuschreiben hätte, wie man allgemein oder neu zu denken habe. In diesem thematischen Komplex, wie wir sprachlich denken und reden, wie wir zu reden und zu denken haben, und was daraus resultiert, für zum Beispiel das Deutsche oder alle anderen Sprachen allgemein, schreiten wir nun weiter fort.



[1]Damit meine ich zum Beispiel die besondere Kenntlichmachung des grammatikalischen Genus im Deutschen, deren Problematiken nun langsam von Linguisten, Gesellschaftswissenschaftlern, et cetera, erforscht und sehr informativ und interessant dargestellt werden.

31.5.16 15:22

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